Gesundheitsmärkte

Erster und zweiter Gesundheitsmarkt

In Deutschland wurden im Jahr 2011 medizinische und Gesundheitsdienstleistungen im Wert von 294 Milliarden Euro erbracht, was etwa 11,3 % des deutschen Bruttoinlandsprodukts entsprach (Quellen: siehe unten). Davon entfielen 213 Milliarden Euro oder etwa 70 % auf den sogenannten „Kernbereich“ der Gesundheitswirtschaft“ (der auch als „Erster Gesundheitsmarkt“ bezeichnet wird), der alle Leistungen umfasst, die von den Systemen der sozialen Sicherung gezahlt werden. Dazu gehören:

  • Die Leistungen der gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen;
  • die Leistungen des Staates für aktive und pensionierte Beamte (im Rahmen der Beihilfe und in Form von Zuschüssen an die gesetzliche Krankenversicherung) sowie
  • die Leistungen des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer im Krankheitsfall (Lohnfortzahlung).

dreamstime_xs_19367470Auch außerhalb dieses Kernbereichs der Gesundheitswirtschaft werden medizinische und Gesundheitsdienstleistungen erbracht, und zwar im sogenannten „Zweiten Gesundheitsmarkt“. Er umfasst alle Dienstleistungen, die vom Patienten oder Kunden privat finanziert werden müssen, und verzeichnete zuletzt (2009) einen Umsatz von knapp 60 Milliarden Euro. Neben freiverkäuflichen Arzneimitteln gehören zu diesem Bereich auch Schönheitsoperationen, Aufwendungen für Wellness und Fitness sowie für Diäten und gesundheitstouristische Angebote. Der Übergang zwischen zumindest teilweise medizinischen Angeboten und solchen, die lediglich dem allgemeinen Wohlbefinden dienen, ist in diesem Bereich oft fließend – wie zum Beispiel bei Fitness- und Wellnessangeboten. Nicht allen Anbietern dieses „Zweiten Gesundheitsmarktes“ wird daher der Status als Anbieter von medizinischen und Gesundheitsleistungen zuerkannt.

 

Gesundheitsmarkt im Wandel

Unabhängig davon, ob die medizinischen und Gesundheitsleistungen im „Ersten“ oder „Zweiten Gesundheitsmarkt“ erbracht werden, ist davon auszugehen, dass die Nachfrage nach ihnen weiter steigen wird – und zwar im Verhältnis zur Gesamtwirtschaft ebenso wie in absoluten Zahlen. Denn durch den demographischen Wandel, also das Altern der Gesellschaft, steigt auch die Nachfrage nach medizinischen und Gesundheitsleistungen, die üblicherweise von älteren Alterskohorten stärker nachgefragt werden als von jungen. Da zugleich die Lebenserwartung steigt, wächst auch der Bedarf an kostspieligen Behandlungen, die üblicherweise erst im Alter notwendig werden – etwa Knie- und Hüftoperationen – und nach Pflegeleistungen. Bereits jetzt gehört der Pflegesektor zu den am stärksten wachsenden Bereichen der deutschen Gesundheitswirtschaft, und mit einer Abnahme dieses Trends ist erst dann zu rechnen, wenn die geburtenstarken Jahrgänge der sogenannten „Babyboomer“, also der zwischen 1945 und 1964 Geborenen, nicht mehr leben wird.

 

Quellen:

Bundesgesundheitsministerium, „Gesundheitswirtschaft im Überblick“,
http://www.bmg.bund.de/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/gesundheitswirtschaft-im-ueberblick.html

Bundesgesundheitsministerium, „Bedeutung der Gesundheitswirtschaft“,
http://www.bmg.bund.de/gesundheitssystem/gesundheitswirtschaft/bedeutung-der-gesundheitswirtschaft.html

 

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen