Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesundheitsförderung der Mitarbeiter

Während es sich beim Gesundheitsmanagement (im engeren Sinne) um das Management von medizinischen Einrichtungen handelt, geht es beim betrieblichen Gesundheitsmanagement darum, die betrieblichen Strukturen und Prozesse so zu gestalten, dass die Gesundheit aller Beschäftigten gewährleistet ist.

 

Höhere Leistung dank besserer Gesundheit

Dabei kommt es beim entscheidend darauf an, dass die Produktivität der Mitarbeiter und die Effizienz der betrieblichen Abläufe nicht unter Förderung der Gesundheit der Mitarbeiter leiden. Ganz im Gegenteil liegt dem betrieblichen Gesundheitsmanagement die Erwartung zugrunde, dass die gezielte Schaffung gesundheitsförderlicher Arbeitsbedingungen nicht nur das Wohlbefinden der Mitarbeiter steigert, sondern zumindest mittel- und langfristig auch dem Unternehmen zugute kommt. Denn eine Verringerung der gesundheitlichen Belastungen am Abeitsplatz soll Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter stärken und dadurch ihre Produktivität erhöhen. Im Ergebnis sollen daher alle vom betrieblichen Gesundheitsmanagement profitieren – unmittelbar zunächst die Mitarbeiter, mittelbar aber auch der Betrieb.

 

Zahlreiche positive Nebeneffekte

Neben der Steigerung der gestiegenen Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter besitzt das betriebliche Gesundheitsmanagement aber auch noch eine Reihe weiterer positiver Effekte für Mitarbeiter und Betrieb – so wird davon ausgegangen, dass die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements die Bindung der Arbeitnehmer an das Unternehmen stärkt und das Miteinander von Arbeitnehmern und Arbeitgeber fördert. Auch das Unternehmensimage profitiert vom betrieblichen Gesundheitsmanagement, denn ein Unternehmen, das sich in besonderem Maße um das Wohlergehen seiner Mitarbeiter kümmert, zeigt Verantwortung. Das macht das Unternehmen zu einem attraktiven Arbeitgeber und kann ein entscheidendes Argument sein, wenn es darum geht, begehrte Fachkräfte anzuwerben. Zumindest indirekt färbt das durch das betriebliche Gesundheitsmanagement verbesserte Unternehmensimage auch auf das Image von Marken und Produkte des Unternehmens ab – denn einem Unternehmen, das Verantwortung im Umgang mit seinen Mitarbeitern zeigt, wird unterstellt, dass es auch gewissenhaft bei der Produktion von Gütern und der Erbringung von Dienstleistungen ist.

 

Nicht nur in privaten Unternehmen

dreamstime_xs_15738345Anders als der Name vermuten lässt, findet das betriebliche Gesundheitsmanagement nicht nur bei privaten Unternehmen Einsatz, und insbesondere auch nicht nur in gewerblichen (Produktions-)Betrieben, wenngleich die ersten Formen der systematisch organisierten Gesundheitsfürsorge in Deutschland im 19. Jahrhundert in der verarbeitenden Industrie entstanden sind. Vor allem in den damals neuen Unternehmen der Schwerindustrie gab es einen erhöhten Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern, die durch die harte Arbeit in der Produktion großen gesundheitlichen Belastungen ausgesetzt waren. Diese Unternehmen – wie etwa die Friedrich Krupp AG in Essen, ein Vorläufer der heutgen ThyssenKrupp AG – schufen damals erste feste Formen betrieblicher Gesundheitsvorsorge. Modernes betriebliches Gesundheitsmanagement ist aber nicht nur umfassender als diese Frühformen betrieblicher Gesundheitsvorsorge, sondern richtet sich auch an alle privaten und staatlichen Einrichtungen mit mehreren Mitarbeitern – unabhängig von ihrer Größe, von dem Wirtschaftsbereich, in dem sie tätig sind, und von ihrer Rechtsform. Betriebliches Gesundheitsmanagement ist daher für kleine und mittelständische Unternehmen ebenso geeignet wie für Großunternehmen, und für private Betriebe ebenso wie für staatliche Behörden.

 

Physisches und psychisches Wohlbefinden

Der Begriff der Gesundheit wird im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements in einem ganzheitlichen Sinn verstanden und umfasst sowohl das psychische als auch das körperliche Wohlbefinden. Gegenstand des betrieblichen Gesundheitsmanagements können daher alle Strukturen und Prozesse sein, die einen Einfluss auf die physische und psychische Gesundheit der Mitarbeiter haben – angefangen vom betrieblichen Arbeitsschutz über die Gesundheitsförderung im Betrieb bis hin zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.

Zu den Aspekten, die im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements berücksichtigt werden, gehören unter anderem:

  • Die Gesundheit der Mitarbeiter im Leitbild des Betriebes,
  • die Führungskultur des Betriebes,
  • das Betriebsklima, und hier insbesondere die Zusammenarbeit von Betriebsleitung und Mitarbeitern,
  • die Arbeitsorganisation,
  • die Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben (sogenannte Work-Life-Balance),
  • die Flexibilität der Arbeitszeitmodelle,
  • die Möglichkeit der Eingliederung von (vorübergehend) arbeitsunfähigen Mitarbeitern (sogenanntes Eingliederungsmanagement),
  • die Möglichkeit des altersgerechten Arbeitens,
  • die Bereitststellung von Büromöbeln, die ein rückengerechtes Arbeiten erlauben,
  • betriebliche Gesundheitsangebote für Mitarbeiter (wie zum Beispiel Laufgruppen und Rückenschulungen)
  • und die Verpflegung in der Betriebskantine.

Welche Aspekte das betriebliche Gesundheitsmanagement beinhaltet, sollte unter Berücksichtigung der Besonderheiten des jeweiligen Betriebes beziehungsweise der jeweiligen Institution entschieden werden. So werden die Schwerpunkte des betrieblichen Gesundheitsmanagements bei einem Unternehmen der Schwerindustrie mit einem hohen Anteil von Arbeitnehmern, die schwere körperliche Arbeit verrichten, anders sein als bei einer Behörde, in der die meisten Mitarbeiter Schreibtischarbeit leisten.

 

Gesundheitsziele formulieren

Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements wird zunächst eine Analyse des Ist-Zustandes vorgenommen und sodann Gesundheitsziele für das Unternehmen benannt (etwa ein geringerer Krankenstand), bevor schließlich auf Grundlage der Analyseergebnisse eine Strategie entwickelt wird, wie die betrieblichen Strukturen und Prozesse so optimiert werden können, dass die Gesundheitsziele erreicht werden. Als „Strukturen“ werden in diesem Zusammenhang die innerbetrieblichen Organisationseinheiten bezeichnet, also beispielsweise Abteilungen und Teams mit ihren jeweiligen Zuständigkeiten, als „Prozesse“ die Betriebsabläufe. Im Rahmen der Analyse des Ist-Zustandes werden dabei alle Faktoren ausgewertet, die Auskunft über die Gesundheit der Mitarbeiter geben – von den krankheitsbedingten Fehlzeiten bis zu den Krankenversicherungsberichten.

 

Verhaltens- und Verhältnisprävention

Bei der Optimierung wird in der Regel ein zweiteiliger Ansatz zu Grunde gelegt:

  • Erstens werden Maßnahmen entwickelt, die auf eine Verhaltensänderung des einzelnen Mitarbeiters abzielen (sogenannte Verhaltensprävention). Je nach individuellem Bedarf des Mitarbeiters kann eine solche Maßnahme zum Beispiel die Teilnahme an einer Rückenschule, einem Anti-Stress-Training oder einem Diätprogramm sein.
  • Zweitens wird eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen angestrebt (sogenannte Verhältnisprävention). Dazu zählen beispielsweise der Einsatz rückenfreundlicher Büromöbel und eine Optimierung der Arbeitsabläufe, um vermeidbare gesundheitliche Belastungen während der Arbeit zu reduzieren, aber auch ein gesundheitsförderliches Miteinander im Betrieb, etwa durch die Bildung altersgemischter Teams oder gezielte Führungstrainings.

 

Kontinuierliche Weiterentwicklung

Idealerweise wird das betriebliche Gesundheitsmanagement nicht als einmalige Maßnahme, sondern als kontinuerlicher Prozess verstanden. Denn Strukturen und Prozesse in einem Unternehmen oder einer Institution sind einem ständigen Wandel unterworfen, alte Mitarbeiter gehen und neue kommen, Führungspersonen und Führungsstile ändern sich – und mit jeder Veränderung besteht ein neuer Bedarf, das Unternehmen auch im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements „nachzujustieren“. Für den Erfolg dieses kontinuerlichen Verbesserungsprozesses ist es entscheidend, dass das betriebliche Gesundheitsmanagement mit anderen Managementaufgaben (insbesondere dem Personalmanagement) verzahnt wird, so dass es nach und nach ein fester Bestandteil der regulären Managementprozesse wird.

 

Überblick Gesundheitsmanagement:

Management von Gesundheitsbetrieben

Gesundheitsmarketing

Personalmanagement in Gesundheitseinrichtungen

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