Management von Gesundheitseinrichtungen

Immer mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass medizinische Einrichtungen – von Krankenhäusern über medizinische Versorgungszentren und Reha-Einrichtungen bis hin zu Arzt- und Heilpraktikerpraxen und Apotheken – Wirtschaftsbetriebe sind, die nur dann dauerhaft erfolgreich sein können, wenn sie nach denselben betriebswirtschaftlichen Grundsätzen geführt werden wie jedes andere Unternehmen auch. Denn auch die Anbieter von medizinischen und Gesundheitsleistungen stehen miteinander im Wettbewerb, und nur diejenigen unter ihnen, die sowohl ihre Patienten optimal medizinisch und gesundheitlich versorgen, als auch effizient und nachhaltig wirtschaften, können dauerhaft am Markt bestehen.

 

Wachsender wirtschaftlicher Druck

Der Druck auf Krankenhäuser, Kliniken, Praxen und andere Anbieter von medizinischen und von Gesundheitsdienstleistungen, wirtschaftlich zu handeln, hat sich in den letzten Jahren deutlich erhöht und wird weiter zunehmen. Grund dafür ist vor allem der „demographische Wandel“, also die zunehmende Alterung der Gesellschaft, der die Gesundheitspolitiker in Bund und Ländern zwingt, die Sparvorgaben zu verschärfen: Denn die Menschen leben heute immer länger und bekommen gleichzeitig weniger Kinder als in früheren Generationen. Damit verschlechtert sich das Verhältnis zwischen jüngeren, in der Regel „fitteren“ Jahrgängen und älteren Jahrgängen, die überdurchschnittlich häufig aufwändige medizinische Behandlungen in Anspruch nehmen müssen.

 

Kostenexplosion im Gesundheitswesen vermeiden

dreamstime_xs_29515106Versicherungsmathematisch gesehen steigt durch die Vergreisung der Anteil der „schlechten Risiken“ in den gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen, während der Anteil „guter Risiken“ sinkt. Die Folge: die Krankenversicherungen müssen die gestiegenen Risiken bei der Berechnung der Prämien berückichtigen, die daher in immer kürzeren Abständen nach oben korrigiert werden. Doch die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Beitragszahler ist nicht unbegrenzt, und so ist sparsames Wirtschaften in allen Bereichen der Gesundheitswirtschaft das Gebot der Stunde, wenn eine Kostenexplosion vermieden werden soll. Es sind aber nicht nur die kontinuierlich steigenden Ausgaben für altersbedingte Erkrankungen, die die Haushalte der gesetzlichen und privaten Krankenversicherunen, aber auch der öffentlichen Hand (Bund, Länder und Gemeinden), immer stärker belasten. Auch der medizinische Fortschritt hat – so paradox das klingen mag – eine Schattenseite, denn moderne Behandlungsmethoden sind oft nicht nur besonders wirksam, sondern auch besonders teuer.

 

Staatliche und private Einrichtungen – sparen müssen alle

Um die Belastungen für die öffentliche Hand zu reduzieren, haben insbesondere die Kommunen in den letzten Jahren die Zahl der von ihnen betriebenen Einrichtungen des Gesundheitswesens erheblich reduziert, indem vor allem Krankenhäuser, Kliniken sowie Reha- und Pflegeeinrichtungen in großem Umfang privatisiert wurden. Doch auch private Betreiber stehen unter wachsendem Kostendruck, und die Änderung der Rechtsform alleine reicht noch nicht aus, um wirtschaftlich effizient zu handeln. Eine optimale medizinische Versorgung mit effizientem wirtschaftlichem Handeln zu verbinden, ist daher das übergeordnete Ziel bei der Führung sowohl staatlicher als auch privater Einrichtungen im Gesundheitsbereich – und stellt die Entscheidungsträger zugleich vor ganz besondere Herausforderungen.

 

Besondere Herausforderungen des Gesundheitsbereichs

Anders als in anderen Wirtschaftsbereichen können im Gesundheitsbereich verlustbringende Abteilungen nicht immer einfach geschlossen oder besonders kostspielige Behandlungen verweigert werden. Denn gesetzliche Vorgaben und das übergeordnete ethische Gebot, jedem Patienten immer Zugang zur notwendigen medizinischen Versorgung zu gewähren, dürfen bei allen Sparbemühungen nicht missachtet werden. Modernes Gesundheitsmanagement ist daher mehr als nur die Übertragung allgemeiner Managementmethoden auf Einrichtungen des Gesundheitswesens – es ist vielmehr das Management von medizinischen und Gesundheitseinrichtungen unter Berücksichtigung der spezifischen Anforderungen des Gesundheitssektors.

 

Überblick Gesundheitsmanagement:

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesundheitsmarketing

Personalmanagement in Gesundheitseinrichtungen

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