Personalmanagement

Die Besonderheiten des Gesundheitswesens spielen auch im Personalmanagement eine wichtige Rolle. Zwar sind auch hier die Kernaufgaben des Personalmanagements grundsätzlich dieselben wie in jedem anderen Wirtschaftsbereich – nämlich Personalfindung, Personaleinsatz und Personalführung. Bei diesen Kernaufgaben sind aber die speziellen Bedingungen des Gesundheitswesens im Allgemeinen und der jeweiligen Arbeitgeber im Besonderen zu beachten. Im Ergebnis können sich in der Personalpolitik eines gesundheitswirtschaftlichen Betriebes daher erhebliche Abweichungen gegenüber anderen Wirtschaftsunternehmen ergeben. Einige dieser Besonderheiten werden nachfolgend exemplarisch vorgestellt.

 

Personalfindung – mehr als nur fachliche Qualifikation entscheidend

dreamstime_xs_31463009Im Bereich der Personalfindung sehen sich Anbieter von medizinischen und Gesundheitsleistungen – von Arztpraxen über Kliniken bis hin zu Krankenhäusern – grundsätzlich mit derselben Herausforderung konfrontiert, wie jedes andere Unternehen auch: die fachlich besten Mitarbeiter zu finden. Doch während bereits diese Aufgabe für alle Arbeitgeber aufgrund des verstärkten Fachkräftemangels zunehmend schwierig geworden ist, gilt dies für das Gesundheitswesen in besonderem Maße – und hier vor allem für die geriatrische Versorgung, den Pflegebereich und andere schnell wachsende Bereiche.

Unabhängig von diesen aktuellen Veränderungen müssen Anbieter von medizinischen und Gesundheitsleistungen bei der Personalfindung aber auch noch eine Reihe von Besonderheiten berücksichtigen, die es in vergleichbarem Maße in nur wenigen anderen Branchen gibt. Denn neben der fachlichen Qualifikation sind an die Arbeit in Krankenhäusern, Kliniken, medizinischen Versorgungszentren und anderen Betrieben der Gesundheitswirtschaft besondere ethische und soziale Maßstäbe anzulegen. Das gilt insbesondere auch für Betriebe in kirchlicher Trägerschaft, bei denen zu den allgemeinen ethischen Anforderungen an das Heil- und Pflegepersonal auch noch die jeweiligen besonderen Anforderungen hinzukommen, die sich aus der Orientierung an einem bestimmten Glauben ergeben. So machen kirchliche Arbeitgeber in der Regel die Kirchenmitgliedschaft zur Voraussetzung für die Einstellung.

Auch soziale und psychologische Aspekte spielen bereits bei der Personalfindung eine größere Rolle als in anderen Branchen.

 

Personaleinsatz – Flexibilität und Belastbarkeit erfordert

Alle diese Faktoren sind auch beim Personaleinsatz zu berücksichtigen – denn nur dann, wenn ein Mitarbeiter neben der erforderlichen fachlichen Qualifikation auch die nötigen ethischen, sozialen und psychologischen Anforderungen erfüllt, ist er für eine Verwendung in einem heil- und Pflegeberuf geeignet. Allerdings werden hier Unterschiede danach zu machen sein, ob in einer konkreten Verwendung die fachliche Qualifikation im Vordergrund steht (etwa bei Ärzten), oder ob es vor allem auf die sozialen und psychologischen Fähigkeiten ankommt (so bei Krankenschwestern und Pflegern).

Eine besondere Herausforderung für den Personaleinsatz ist auch, dass die Arbeit mit Patienten von allen Mitarbeitern ein hohes Maß an Belastbarkeit und Flexibilität verlangt. So werden beispielweise in der Notaufnahme eines Krankenhauses oder in dessen onkolgischer Abteilung die Mitarbeiter immer wieder mit Fällen konfrontiert, die auch die erfahrensten unter ihnen an die Grenzen ihrer seelischen Belastbarkeit führen. Da der Dienst am Patienten zudem immer Vorrang hat, sind Ärzte und Pflegepersonal regelmäßig starken körperlichen Belastungen ausgesetzt – so kann beispielsweise eine lebenswichtige Operation auch dann nicht verschoben werden, wenn der behandelnde Arzt bereits seit zwölf, 18 oder mehr Stunden im Einsatz war.

 

Personalführung – durch Vorbild führen

Die Besonderheiten von Heil- und Pflegeberufen sind auch bei der Personalführung zu berücksichtigen. Das geschieht zum einen dadurch, dass ein bestimmtes Leitbild vorgelebt wird – im Falle allgemeiner Krankenhäuser etwa durch die erkennbare Ausrichtung der täglichen Arbeit am Vorrang des Dienstes am Patienten, in kirchlichen Krankenhäusern zudem durch eine erkennbare christliche Grundhaltung.

Zum anderen kommt es aber auch darauf an, den Mitarbeitern zu vermitteln, dass die Professionalität der Arbeit unter dem hohen Stellenwert ethischer und sozialer Gesichtspunkte nicht leiden darf. Denn medizinische und Gesundheitsbetriebe stehen unter einem immer stärkerem Renditedruck, und ihre Mitarbeiter müssen mehr als in der Vergangenheit darauf achten, Wirtschaftlichkeit einerseits und ethisches und soziales Handeln andererseits auch in Belastungssituationen in Einklang zu bringen.

 

Überblick Gesundheitsmanagement:

Management von Gesundheitsbetrieben

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Gesundheitsmarketing

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